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Personal flexibler einsetzen und ausbilden

H+ setzte sich auch 2015 dafür ein, seine Mitglieder zu entlasten und die nötigen personal- und bildungspolitischen Rahmenbedingungen für gut funktionierende Betriebe zu schaffen. Künftig kommen auf die Spitäler und Kliniken grosse Herausforderungen zu.

Die Schweizer Spitäler beschäftigten 2015 ca. 190'000 Mitarbeitende in 120 verschiedenen Berufen, was vier Prozent der arbeitenden Bevölkerung entspricht. Als Rund-um-die-Uhr-Betriebe haben die Spitäler einen hohen Personalbedarf, den sie trotz aller Anstrengungen nicht im Inland decken können. Die Auslandabhängigkeit ist daher ungebrochen gross: In der Pflege liegt der Anteil ausländischer Fachleute bei ca. 33%, bei der Ärzteschaft bei ca. 42% und in einigen Spitälern bei über 50%.

Die Schwerpunkte 2015 der H+ Fachkommission HRM+
Die im Arbeitsgesetz festgelegten Begrenzungen bei Wochen- und Jahresarbeitszeit sowie die restriktiven Regelungen zu Ruhezeiten, Pikett und Nachtarbeit schränken den patientenorientierten Personaleinsatz von Assistenz- und Oberärzten massiv ein. Die Arbeitsgruppe «Arbeitsgesetz» der H+ Fachkommission Human Resources Management (FKHRM+) hat deshalb im Rahmen ihres Schwerpunktprogramms den Dialog mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO und dem Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO) aufgenommen und sucht gemeinsam mit ihnen nach flexibleren Lösungen.
Die Arbeitsgruppe «Gesundheitsberufeentwicklung» hat zusammen mit OdASanté begonnen, eine Methode zur Evaluation und Positionierung von neuen Berufen und Prüfungen zu entwickeln. Ziel ist es, neue Berufsbedürfnisse in der Branche zu antizipieren und in die richtigen Bahnen zu lenken. Das Vorgehensmodell entwickeln die Beteiligten am konkreten Beispiel der «Endoskopie».
Die Arbeitsgruppe «Branchen- & Imagekampagne» hat erste Ideen und Möglichkeiten skizziert, wie sich Spitäler, Kliniken und Pflegeinstitutionen als ausgezeichnete Arbeitgeber positionieren können. Um die offenen Stellen mit möglichst vielen inländischen Fachleuten besetzen zu können, wird die attraktive Positionierung der Spitalbranche im Arbeitsmarkt zentral sein.

Berufsbildung: OdASanté und H+ ein erfolgreiches Gespann

OdASanté startete 2015 die ordentliche 5-Jahres-Revision der Bildungsverordnung (BiVo) und des Rahmenlehrplans Fachfrau/Fachmann Gesundheit (FaGe) mit einer breit angelegten Befragung bei den Bildungsverantwortlichen der Spitäler, Kliniken, Pflegeinstitutionen, Spitex und kantonalen OdAs. Die Befragten äusserten sich unterschiedlich und zum Teil kontrovers zur Revision. Aus Sicht von H+ ist eine Totalrevision verfrüht und würde die drittbeliebteste Lehre "FaGe" gefährden. Weiter hat OdASanté begonnen, die Profile der spezialisierten Pflegeberufe für die eidgenössischen Prüfungen zu entwickeln. H+ ist in der Steuergruppe dieses Projekts aktiv, die H+ Delegierten in den Entwicklungs- und den Qualitätssicherungskommissionen. Um den Fachkräftemangel und -bedarf bei den Berufen im Operationssaal genauer zu kennen, hat H+ zusammen mit OdASanté, Berufsverbänden und Bildungsanbietern eine Studie durchgeführt, an der 50 von 190 Spitälern teilgenommen haben. Untersucht wurden der aktuelle Mangel, der zukünftige Bedarf, das Potenzial der Bildungsanbieter und Praktikumsbetriebe sowie das inländische Potenzial an Studenten, insbesondere für den Beruf «Dipl. Fachfrau/Fachmann Operationstechnik HF». Die Analyse zeigte folgende Resultate und Erkenntnisse:

  • Dank ausländischen Operationstechnik-Fachleuten decken die Spitäler ihren heutigen Bedarf an Fachpersonal knapp.
  • Die Auslandabhängigkeit ist mit 35% konstant hoch, wie bei den Pflegefachleuten HF.
  • Der Wille der Spitäler und der Bildungsanbieter, mehr inländisches Personal zu rekrutieren und auszubilden, ist vorhanden.
  • Fast alle Fachschulen, die Operationstechnik anbieten, sind bereit, die Studienplätze stark zu erhöhen. Die Spitäler sind gleichzeitig gefordert, die Anzahl Praktikumsplätze aufzustocken.
  • Die Spitäler und Bildungsanbieter sind nicht sicher, ob sie genügend inländische Studenten finden werden.


Grosse Auslandabhängigkeit auch bei der Ärzteschaft

Die Plattform «Zukunft ärztliche Bildung» des Bundesamts für Gesundheit (BAG) hat einen Bericht zur Koordination der ärztlichen Weiterbildung in der Schweiz erstellt. Unbestritten darin ist die steigende Auslandabhängigkeit in der ärztlichen Versorgung. Ernüchternd ist die Bilanz bei den Einflussmöglichkeiten, da solide Daten fehlen. Aufgrund dieser Erkenntnis rief die Plattform «Zukunft ärztliche Bildung» eine Themengruppe ins Leben, die ein Modell zur zukünftigen ärztlichen Bedarfs- und Versorgungslage konstruieren soll. H+ arbeitet in dieser Gruppe aktiv mit.

Fachkommission «Ärztliche Bildung“
Der verstärkte Einfluss von H+ auf die ärztliche Bildung ist ein vorrangiges Ziel. Dies um den veränderten Bedürfnissen der Patienten und der Spitalbetriebe Rechnung zu tragen. Ende 2015 beauftragte deshalb der H+ Vorstand den Geschäftsbereich Politik, eine Fachkommission «Ärztliche Bildung» zu gründen. Diese soll sicherstellen, dass die ärztlichen Berufe die gleiche Aufmerksamkeit erhalten wie die nichtuniversitären Gesundheitsberufe unter der Führung der OdASanté.